Wasabi: Neuer Herausforderer im Cloud-Storage-Markt

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Wasabi, nicht zum Fisch

Der Trend, Unternehmens-IT in die Cloud zu bringen, ist nicht neu. Vor allem das Interesse an Cloud-Storage steigt. Das ungebremste Wachstum an Daten bringt die hausinternen Ressourcen schon länger an seine Grenzen. Laut einer Studie von IDC soll die Menge der Daten bis 2025 auf 175 Zettabyte ansteigen. Die Pandemie, mit der Verlagerung der Arbeitsplätze aus dem Unternehmen heraus, hat die Entwicklung nur beschleunigt. Für viele nach wie vor ein Wermutstropfen: Der Preis für Cloudspeicher wird oft als zu hoch oder als zu intransparent wahrgenommen. Hier versprechen Angebote wie der Hot Cloud Storage aus dem Hause Wasabi Abhilfe. Der Preis soll laut Herstellerangabe nur ein Fünftel der Kosten für AWS-S3-Storage betragen.

Wer geht in die Cloud und warum?

In einer Umfrage wollte Management- und Technologieberater Sopra Steria von Entscheidern aus Unternehmen und öffentlicher Verwaltung in Europa die Motivation für die Nutzung von Clouddiensten wissen. Als die drei wichtigsten Treiber wurden Skalierbarkeit, neue Arbeitsformen und Innovationsfähigkeit durch KI- und Big-Data-Analytics genannt. Für immerhin 44% der Befragten spielt auch der Preis eine Rolle. Mit 32% belegt die Speicherung von Rohdaten (Data Lakes) Platz 2 bei den meist-genannten Anwendungen. Recherchen der Kollegen von TechTarget bestätigen ein gestiegenes Interesse an der Speicherung unstrukturierter Daten in der Cloud. Im IoT-Umfeld gaben 46% an, bereits Cloud-Dienste zu nutzen. Das deckt sich mit der IDC-Studie, die Edge-Computing als neuen Wachstumstreiber sieht. Die Analysten von IDC kamen noch zu einem weiteren interessanten Ergebnis: nur wenige Daten sind für eine dauerhafte Speicherung bestimmt. Überflüssige und redundante Daten sollen künftig noch mehr vermieden bzw. schnell wieder gelöscht werden.

See oder Ozean

Die steigende Datenmenge und immer größere Dateien lassen aus Seen schnell Ozeane werden. In der Vergangenheit wurden Daten bevorzugt strukturiert in Tabellenform gespeichert. In solchen relationalen Datenbanken stehen alle Daten in einer eindeutigen Beziehung miteinander. Für die Verarbeitung und Analyse sind strukturierte Daten sehr hilfreich. Allerdings lassen sich schon länger nicht mehr alle Daten in eine feste Struktur pressen. Der Paradigmenwechsel wurde durch die Möglichkeiten von Big Data für Deep Learning und Machine Learning oder erweiterte Analytics eingeläutet.

In semi-strukturierten Formaten wie JSON oder XML sind die Beziehungen der Daten untereinander nicht immer offensichtlich. Mit Texten, Bildern, Videos oder Sprachaufzeichnungen begann das Chaos. Doch gerade diese Daten sind für Unternehmen besonders wertvoll. Zu den Daten gehören E-Mails, Bewertungen im Internet, Beiträge auf den Social-Media-Plattformen, Informationen in Kundenportalen, Content (auch Video- und Bildmaterial) u. v. a. m.

Um unstrukturierte Daten zu verarbeiten und zu analysieren, wird spezielle Technologie benötigt. Viele Unternehmen haben allerdings weder das Knowhow noch die Ressourcen dafür.

Die Cloud als Lösung

Big-Data-Technologie in der Cloud ist interessant für Forschung & Lehre (F&L) und für Tests oder Analysen, wo Daten nur temporär zur Verfügung stehen müssen. Aber vor allem profitieren KMU von den Cloudangeboten. Anbieter wie vScaler bieten schon länger Cloud-Computing auf GPU-Basis mit Frameworks wie TensorFlow für Machine Learning. Branchen wie Fahrzeugbau inkl. Schiff- und Flugzeugbau profitieren von computer-basierter Strömungsdynamik (CFD, Computational Fluid Dynamics). Das spart den Bau teurer Prototypen und die Zeit für aufwendige Tests im Wind- oder Strömungskanal. Dass die Modelle in der Cloud gerechnet werden, ist für die Maschinenbauer von großem Vorteil. Ressourcen werden nur bei Bedarf angemietet und können auf Knopfdruck erweitert werden.

Die steigende Nachfrage nach Cloudservices schafft Platz für neue Angebote. Für die Verarbeitung sensibler Daten gibt es regionale Cloud Service Provider wie teuto.stack aus Bielefeld. Für Software-Entwickler ist Digital Ocean oft die erste Wahl. Das Gros der Unternehmen setzt auf die Platzhirsche AWS, Google, Azure oder Oracle.

Screenshot des AWS S3 Simple Monthly Calculator

Das Speichern ist mit ca. 2 US-Cent für das Gigabyte recht günstig. Aber wehe, man will seine Daten irgendwann wieder zurück haben. Die Preise steigen dabei auf bis zu 12 US-Cent pro Gigabyte an. (Quelle: Backblaze Tarifrechner)

Wie komplex und intransparent die Preisgestaltung von Cloud-Storage ist, zeigt unser Screenshot vom “AWS S3 Simple Monthly Calculator”. Den Preisrechner haben wir selbst mit kleinster Darstellung nicht in einen Screenshot bekommen. Insgesamt 66 Variablen in 16 Kategorien werden abgefragt für diese einfache Berechnung der monatlichen Kosten.

Wasabi Hot Cloud Storage adressiert den Enterprise-Markt und verspricht, unendlich viele Daten kostengünstig zu speichern. Anders als bei Anbietern wie Azure oder Microsoft spielen Downloads für Wasabi keine Rolle. Der Preis bleibt der gleiche, egal ob man nur 20% oder 100% seiner Daten pro Jahr wieder zurückhaben will:

Kalkulation für 1 TB Cloudspeicher
Unser Beispiel zeigt den Preis pro Jahr für 1 TB mit einem Downloadanteil von 20%.
Preisvergleich für 1 TB Cloudspeicher mit Egress
Für dieses Beispiel haben den Downloadanteil auf 100% gesetzt, was einem Egress entspräche.

Wasabi bietet eine S3-kompatible Schnittstelle zur Verwendung mit Speicheranwendungen, Gateways und anderen Plattformen. Im Gegensatz zu anderen Angeboten sollen keine Extrakosten anfallen für API-Requests oder im Fall eines Egress.

Mit LucidLink wird die Cloud wird zum lokalen Speicher

Preis für Cloudspeicher ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Für Anwender ist die UX – die User Experience – entscheidend. Wie einfach können Daten in der Cloud abgelegt und, vor allem, wie einfach kann wieder darauf zugegriffen werden? LucidLink Filespaces™ wurde speziell für die Objektspeicherung entwickelt und verspricht als Cloud-native Dateidienst schnellen Zugriff auf Dateien auch über große Entfernungen hinweg.

„Als LucidLink-Kunde kann ich Objektspeicher auf eine Weise verwenden, die bisher nicht möglich war“, sagt Casper Van der Walt, Leiter Cloud & Infrastruktur bei Cipherwave.

In Verbindung mit dem günstigen Wasabi-Cloud-Storage erhalten Anwender einen elastischen Speicher (wir erklären das in einem anderen Artikel), der sich wie ein lokaler Ablageplatz anfühlt. Für Produktionsdaten z. B. bedeutet das günstiger Cloudspeicherplatz mit den Eigenschaften eines lokalen Festplattenspeichers.

Network-Attached Storage (NAS) aus der Cloud

LucidLink verwendet Metadaten für den schnellen Zugriff auf unstrukturiert abgelegte Daten in der Cloud. Davon profitiert nicht nur das produzierende Gewerbe. Auch für remote arbeitende Teams oder die Zusammenarbeit von Unternehmen mit Freiberuflern bietet die LucidLink-Technologie Vorteile. Die Technologie verbindet die Vorteile von Objektspeichern aus traditioneller Langzeitspeicherung mit denen nativer S3-Cloud-Anwendungen. LucidLink und Wasabi definieren vier Hauptanwendungsgebiete:

Instant Recovery

LucidLink schreibt Backupdaten direkt in den Wasabi-Cloud-Speicher – ohne auf lokale Speicher, spezielle Gateways oder dedizierte S3-Konnektoren zurückgreifen zu müssen. Diese Images können überall für die schnelle und flexible Wiederherstellung genutzt werden. Im Disaster-Recovery-Fall bedeutet das eine Wiederherstellungszeit von nur wenigen Sekunden.

Kerngeschäft

Service Provider unterstützen die Schlüsselindustrie wie z. B. Maschinen- oder Fahrzeugbau mit Cloud-basierten Anwendungen und Datendiensten. Dateifreigaben für u. a. Zulieferer sind sofort remote und ohne zusätzliche Infrastruktur möglich. Betriebsaufwand und Investitionskosten in andere Bereiche als das Kerngeschäft werden rigoros reduziert.

Surveillance

Daten aus Videoüberwachung werden über einen LucidLink-Mountpunkt direkt in Wasabi geschrieben – ganz ohne native S3-Schnittstelle. Das archivierte Video ist wie aus einem lokalen Speicher sofort auf Anfrage verfügbar und kann schnell abgerufen werden.

Verteilte und remote Organisationen

Workflows in verteilten Teams wie z. B. die Postproduction von Mediendaten werden effizienter. Durch einfache Freigaben arbeiten verteilte Teams wie mit lokalen Daten. Ein aufwendiger Medienaustausch oder umständliche Down- und Uploads gehören der Vergangenheit an.

„Mit LucidLink und Wasabi schützen Unternehmen ein unglaublich wichtiges Asset, ihre Daten, und optimieren Kosten und Prozesse,” fasst David Friend, CEO von Wasabi, zusammen. “Wir freuen uns darauf, mit LucidLink zusammenzuarbeiten.“

Wasabi setzt auf die besten Namen in den Bereichen Sicherung und Wiederherstellung, Archivierung oder der Bereitstellung von Inhalten. So zählt natürlich auch Veeam® zu den strategischen Partnern des Herausforderers.

Peter Thompson, Mitbegründer und CEO von LucidLink, bestätigt: „Die Partnerschaft zwischen Wasabi und LucidLink bedeutet, dass
Kunden sich nicht mehr zwischen den attraktiven Kosten, dem Komfort von Cloud-Speicher und der Leistungsfähigkeit von NAS entscheiden müssen. Es ist ein Mythos, dass Objektspeicher langsam und für dateibasierte Anwendungen in Live-Produktionsumgebungen nicht verwendbar ist.“

In unserem Video-Interview mit Peter erfahrt Ihr mehr über LucidLink und seine Angebote: