Performance-Boost: FC-NVMe-2 mit SLER

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Brocade X7 SAN Director
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NVMe schickt sich an, mittelfristig SCSI als Übertragungsprotokoll für Storage-Systeme abzulösen. Zunächst nur für einzelne Flash-Module benutzt, umfasst die Standardisierung des Industriekonsortiums NVM express zwischenzeitlich auch Funktionen, die für den Betrieb einer Fabric notwendig sind. NVMe selbst ist dabei unabhängig vom verwendeten Netzwerk-Protokoll, neben TCP/IP und RDMA gibt es auch eine Implementierung für Fibre-Channel, namentlich FC-NVMe.

Die Fibre Channel Industry Association (FCIA) meldete kürzlich, dass im Rahmen der gerade entstehenden Version FC-NVMe-2 des Standards insbesondere das Feature Sequence Level Error Recovery (SLER) definiert wurde. Damit können Übertragungsfehler bereits in der Transportschicht erkannt und repariert werden, ohne dass nachgelagerte Protokollschichten davon etwas mitbekommen. Die Übertragung wird damit deutlich zuverlässiger, insbesondere auch bei steigenden Bandbreiten und damit einhergehenden Übertragungsgeschwindigkeiten.

Die Bearbeitung von Übertragungsfehlern wird umso “teurer”, je höher im Protokollstack diese Fehler erkannt werden und repariert werden müssen. Während in der Transportschicht einzelne Bitfehler mittels Prüfsummen direkt beim Empfänger korrigiert werden können, müssen höhere Schichten mitunter ganze Übertragungs-Sequenzen erneut von der Gegenseite anfordern. SLER hilft also, insbesondere auch bei immer höheren Geschwindigkeiten eine zuverlässige Übertragung im FC-SAN zu gewährleisten.

Der Technology Scout meint: In der Transportschicht kommen Bits und Bytes sehr geordnet und in immer gleicher Größe an. Deshalb ist es dort relativ einfach möglich, Protokoll-Funktionen in speziell dafür entwickelte Hardware auszulagern. Dinge in Hardware zu erledigen ist aus Performance-Sicht immer besser, als etwas in einem Software-Stack zu berechnen. Es ist zu erwarten, dass SLER integraler Bestandteil von Fibre-Channel-Adaptern bzw. Fibre-Channel-Ports werden wird.