4 Tipps für eine stabile IT nicht nur in Krisenzeiten am Beispiel Amazon EC2

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Services aus der Public Cloud erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die Synergy Research Group geht für das erste Halbjahr 2019 von einem Umsatz von über 150 Mrd. USD aus, was gegenüber dem Vorjahr einem Wachstum von 24% entspräche. Die Zahlen passen ins Bild: Für das komplette Jahr 2019 verzeichnet Statista knapp 243 Mrd. USD. Und 2020 dürfte dieses Wachstum noch einmal deutlich zugelegt haben.

Neue ökonomische Verwerfungen erhöhen den Druck, die Kosten für die IT noch weiter zu senken. Die beschleunigte Digitalisierung aufgrund der Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie und die Adaption neuer Arbeitsplatzmodelle mit hohem Remote-Anteil dürften ihr Übriges dazu tun. Mit der Infrastruktur und den Anwendungen landen auch immer mehr Daten in der Cloud. Laut den Analysten von MarketsandMarkets beträgt der Anteil für Enterprise Cloud Storage ca. 50 Mrd. USD. Tendenz auch hier steigend. Bis 2025 erwarten die Experten einen Wachstum auf 137 Mrd. USD.

AllCloud ist ein Anbieter von Professional und Managed Services für Cloud Enablement und Cloud Transformation. Uli Baur, Senior Vice President für die Region DACH bei Allcloud, weiß um die aktuellen Herausforderungen vieler Firmen. Am Beispiel von Amazon EC2 gibt er Tipps, wie Unternehmen langfristig mit der Cloud ihre Kosten senken können.

Während es in den ersten Monaten der Pandemie vor allem darum ging, die Business Continuity zu gewährleisten und Mitarbeitern ein sicheres Arbeiten z. B. von zuhause aus zu ermöglichen, stehen inzwischen Widerstandsfähigkeit und Effizienz der IT-Services wieder im Vordergrund. Nur allzu gern wurden in der Vergangenheit Probleme und Engpässe in der Infrastruktur mit Blech und dickeren Leitungen “gelöst”. Die Wiederholung dieser Fehler gilt es zu vermeiden. In der Cloud kann das nämlich ganz schnell sehr viel teurer werden. Es lohnt also, genauer hinzuschauen, was wie migriert werden kann und soll.

1. Ursachen finden

Wie haben sich die Kosten im Zeitverlauf geändert? Sind die Kosten gestiegen? Dann sollte der Grund für den Anstieg gefunden werden. Ist normales Wachstum der Grund, wurden tatsächlich mehr Ressourcen benötigt? Oder sind vergessene Daten, Fehlkonfigurationen, Inkompatibilitäten heterogener Landschaften bzw. veraltete Technologie dafür verantwortlich?

2. Spot-Instances in Betracht ziehen

Sind viele On-Demand-Instances im Einsatz, handelt es sich möglicherweise nur um temporäre Engpässe und zeitunkritische Prozesse. Hier kann es sich lohnen, auf so genannte Spot-Instances umzustellen. Eine Spot-Instance ist eine unbenutzte EC2 Instance. Sofern Unternehmen bei der Ausführung ihrer Anwendungen zeitlich flexibel sind und Unterbrechungen (Downtime) verschmerzen können, sind diese Instanzen eine kostengünstige Alternative.

3. On-Demand-Instanzen analysieren

Spot- sowie angehaltene und terminierte Instanzen werden hierbei nicht betrachtet. Bei dieser Analyse interessieren vor allem Regelmäßigkeit der Inanspruchnahme und Nutzungsdauer von On-Demand-Services. Instanzen mit relativ stabiler Nutzung können in Reserved Instances umgewandelt werden. Auch das senkt die Kosten, vor allem in der Verwaltung und bei der Administration.

4. Dauerhafte Instanzen überprüfen

Hat ein Unternehmen bereits Reserved Instances, sollten Nutzung und reservierte Kapazität verglichen werden. Ist die Unterauslastung konsistent, sollten Alternativen durchgerechnet werden. Lohnt vielleicht ein Wechsel auf On-Demand- oder Spot-Instanzen?

Fazit

Die Kostenoptimierung in der Cloud hat viele Facetten. Das Risiko ist groß, dass sich im Zuge der Krisenbewältigung bei einigen Unternehmen bereits eine ungesunde Kostenstruktur etabliert hat. Einige Unternehmen sind sicher mehr nach Lift & Shift vorgegangen, als dass sie ein sorgfältiges Application Assessment durchgeführt und eine solide Cloud-Strategie entwickelt haben. Oft ergibt sich auch erst im Lauf der Zeit ein Optimierungsbedarf. Wie immer raten wir, auf Expertenwissen wie das der Allcloud-Spezialisten zu setzen.